Tierschutzverbände mahnen überholtes Haltungskonzept der Elefanten im Zoo Karlsruhe an

Insgesamt zehn bundesweit agierende und regionale Tierschutzverbände befinden sich seit mehreren Monaten im Gedankenaustausch mit dem Karlsruher Zoologischen Garten bzgl. der Haltungsmethoden und Konzepte sowie der Präsentation der Elefanten.

Der Zoo Karlsruhe, welcher derzeit die Vorgaben des Säugetiergutachtens noch nicht erfüllt, bewirbt seine Elefantenhaltung als Seniorenresidenz für ausgediente Zirkuselefanten. Gearbeitet wird mit den Tieren im Direkten Kontakt, Elefantenkuh "Nanda" wird gelegentlich im Stadtgarten spazieren geführt und zeitweilig werden Möglichkeiten zur Begleitung dieser Spaziergänge an Privatpersonen verlost. Derzeit wird eine Erweiterung der Elefantenanlage geplant, ob dabei aber Voraussetzungen geschaffen werden, die Kühe ohne direkten Pflegerkontakt umzusperren, ist nicht bekannt. Nach außen hin vermittelt Karlsruhe weiterhin, dass es zum Direkten Kontakt für ältere "hands on"-Kühe keine Alternative gäbe.

Dieser Ansatz ist in der Praxis längst widerlegt, weshalb sich zehn Tierschutzverbände unter Federführung von Pro Wildlife - darunter der Bundesverband Tierschutz, Deutscher Tierschutzbund, aber auch die Aktionsgemeinschaft Artenschutz sowie der regional tätige Landestierschutzverband Baden-Württemberg und andere - in einem gemeinsamen Erstanschreiben an Zoo und Stadt Karlsruhe sowie die Landestierschutzbeauftragte gewandt haben. Bei weiterer Anwendung Zirkusartiger Haltungs- und Präsentationsmethoden wird das Konzept einer Auffangstation für Zirkuselefanten, die unter ebenjenen Haltungsumständen nicht länger im Reisebetrieb verbleiben können, zunehmend unglaubwürdig. Da unser Verein die angesprochenen Kritikpunkte in gleicher Weise bewertet wie die Tierschutzverbände, haben wir uns diesem Schreiben angeschlossen.

Leider war aus der ersten Antwort der Stadtverwaltung nicht erkennbar, dass Karlsruhe sich zwischenzeitlich mit den vorhandenen Alternativen beschäftigt und Handlungsbedarf erkannt hat. Vielmehr wurden die Verbände aufgefordert, nicht gegen das Karlsruher Konzept zu arbeiten, die Kritik an einem überholten Haltungskonzept wird als Behinderung der Karlsruher Tierschutzarbeit ausgelegt.

Daraufhin verdeutlichten die Verbände in einem zweiten Schreiben, dass angemessene Tierschutzarbeit und -haltung  auch zeitgemäße Konzepte erfordere, die bei der Elefantenhaltung im Zoo Karlsruhe bisher nicht erkennbar seien. Mit Hinblick auf die andernorts bereits erprobten Alternativen wurden Stadt und Zoo aufgefordert, ihren bisherigen Haltungsansatz, bei dem zu Direktem Kontakt keine Alternative eingeplant ist, zu überdenken.

Der Zoo Karlsruhe untersteht der Stadtverwaltung und wird somit weitgehend durch die öffentliche Hand finanziert. Die Öffentlichkeit wiederum interessiert sich inzwischen auch für die Haltungsumstände prominenter Zootiere wie Elefanten, wie z.B. die Reaktionen in sozialen und klassischen Medien nach Veröffentlichung der Trainingsmethoden im Zoo Hannover verdeutlicht hat. Tierhalterische Methoden müssen auch vor den Augen der Öffentlichkeit bestehen, weshalb sich die Tierschutzverbände nun entschlossen haben, ihren Schriftwechsel mit dem Karlsruher Zoologischen Garten zu veröffentlichen. Er kann an dieser Stelle nachgelesen werden:

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