Zoo Karlsruhe: Fehlinformationen der Presse durch Zoodezernent Obert setzen sich fort

Richtigstellung als Homepagebeitrag von Elefanten-Schutz Europa

Offenbar läßt sich Bürgermeister und Zoodezernent Michael Obert weiter von den falschen Quellen beraten, denn auch die neuesten Interviews verbreiten nicht zutreffende Informationen. Elefanten-Schutz Europa beschränkt sich an dieser Stelle darauf, die wesentlichsten Aussagen richtigzustellen.

Artikel "Altersdomizil im Zoo: So geht's mit der Karlsruher Elefantenhaltung weiter" auf ka-news.de:

"Das Zoo-Projekt stützt sich auf die Idee, älteren Elefanten einen artgerechten Lebensraum zu schaffen. Ausschlaggebend dafür sei die, für ältere Tiere am besten geeignete, Hands-on-Haltung, die nur noch in wenigen Zoos in Deutschland - unter anderem in Karlsruhe - praktiziert wird."

  • Hands on ist definitiv nicht das am besten geeignete Haltungssystem für ältere Tiere. Es gibt zwei Gründe, weshalb diese Haltungsform weltweit und inzwischen auch in Deutschland immer seltener wird:
  • 1. Sicherheit für Elefantenpfleger
  • 2. "artgerechte", d.h. tier- und verhaltensgerechte Elefantenpflege auf höchstem Niveau, ohne Druck und in höchster Qualität.
  • Die Umstellung gelingt auch bei älteren Elefanten absolut problemlos.

"Das Ziel der Karlsruher Verantwortlichen sei es, den betagten Elefanten eine möglichst angenehme Restlebenszeit zu ermöglichen. Hierbei "kann man auch nicht immer die 'Best-Practice-Bedingungen' heranziehen, sondern muss gerade im wohlverstandenen Interesse der Tiere auch einmal einen Kompromiss eingehen"..."

Es kommt beinahe einer bewußten Täuschung der Öffentlichkeit gleich, die Forderungen des Säugetiergutachtens als "best practice" zu bezeichnen - zu Deutsch: wünschenswerte bzw. unter Idealbedingungen mögliche, aber nicht unbedingt notwendige Haltungsumstände.
Die Forderungen von 2.000 m2 Gehegegrößen bzw. 500 m2 je älterem Weibchen sind bereits die Mindestanforderungen, unter denen in Deutschland Elefanten gehalten werden sollten. Denn um genau solche Untergrenzen zu benennen, wurde das Säugetiergutachten entwickelt.
Es sei wiederholt: Diese Flächen gelten bereits für ältere Tiere ohne Nachzucht!

Apropos "angenehme Restlebenszeit - haben "Rani" und "Shanti" hierauf keinen Anspruch?

"Ranis und Shantis Lebensspanne neigt sich unweigerlich dem Ende zu - deshalb ist es für eine gewisse Zeit verantwortbar fünf Elefanten in unserem Freigehege zu halten", erklärt Obert." "Es wäre nicht zu verantworten, von anderen Einrichtungen kranke oder gar dem Tode nahe Tiere in ein neues System zu überführen. Diese sollten dort sterben dürfen, wo sie beheimatet sind..."

  • Wenn die Verantwortlichen dies erkannt haben - weshalb mutet man dann den beiden eigenen, hochbetagten Kühen "Rani" und "Shanti" den Stress zu, sich den beschränkten Platz noch mit zwei neuen Gehegegenossinnen teilen zu müssen?
  • Ältere Elefantenkühe sind immer schwierig zu vergesellschaften, das ist aus ganz Europa bekannt. Versuche der Zusammenführung bedeuten immer Stress. "Rani" und "Shanti" wären die beiden einzigen alten Elefantinnen nach dem Transfer, die drei anderen wären 32 - 42-jährig - kein Alter für einen Elefanten.
  • Haben die beiden Seniorinnen kein Recht darauf, in Karlsruhe einen ruhigen Lebensabend verbringen zu können? Entspricht es dem Verständnis der Verantwortlichen von einem "Altersdomizil", die Gesundheit der beiden einzigen alten Elefantenkühe - und langjährigen Bewohnerinnen des Zoos - bewußt zu riskieren, wenn nur der Ersatz schon vorher ankommen kann? Hofft man vielleicht sogar, dass die beiden dann "überzähligen" Elefanten innerhalb der gesetzten Übergangsfrist „rechtzeitig“ versterben?

"So hatte sich die Berliner Kollegen mit zwei Elefanten gemeldet, die es unterzubringen gilt."

  • Nur wollte Berlin die beiden befreundeten Kühe "Louise" und "Frosja" abgeben. Doch weil Karlsruhe nicht geeignet ist um eine gefährliche Kuh wie "Frosja" halten zu können, besteht Karlsruhe stattdessen auf "Astra" statt "Louises" Freundin zu übernehmen - und nimmt die Zerstörung sozialer Bindungen bewußt in Kauf.
  • Der Erhalt sozialer Beziehungen gehört zu den wesentlichsten Aufgaben bei der Elefantenhaltung in Menschenhand.

In der Sonntagszeitung der BNN heißt es zudem

"Unser Zoo hat Erfahrung mit der Integration neu hinzugekommener Elefanten."

  1. Nur einer der Elefantenpfleger war bei Ankunft neuer Elefanten im Herbst 2009 bereits im Revier (arbeitet dort seit 1998). Die anderen derzeitigen Mitarbeiter sind erst später hinzugekommen.
  2. Die anderen Pfleger, die seinerzeit bei Ankunft von "Jenny" und "Ilona" dabei waren, arbeiten inzwischen nicht mehr in Karlsruhe
  3. Auch die Tierärztin hat erst nach Ankunft dieser Elefanten im Zoo zu arbeiten begonnen. Die wissenschaftliche Asssistentin ist auch Tierärztin, kommt jedoch aus einem Zoo in dem keine Elefanten gehalten wurden.
  4. Neue Elefanten hat der Zoo Karlsruhe nach 1969 nur noch einmal bekommen – im Jahre 2009 die alte „Ilona“ und „Jenny“. Dies kann nicht als „Erfahrung“ bezeichnet werden.
  5. Die "Integration" von "Jenny" ist gründlich mißlungen, sie hat mehrfach "Rani" umgestossen und wird die meiste Zeit von den Seniorinnen getrennt gehalten oder unter Aufsicht zusammengelassen. 

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