Elefanten vom Zoo Toronto endlich im PAWS Sanctuary in Kalifornien

Am 20.10.2013 kamen die drei verbliebenen Afrikanischen Elefantenkühe des Zoo Toronto (Kanada), „Thika“ (33 Jahre), „Toka“ (43 Jahre) und „Iringa“ (44 Jahre) nach einer ca. 70-stündigen Fahrt und langem Kampf zwischen Tierschützern und Zoounterstützern in der Auffangstation für Zirkus- und Zootiere der Performing Animal Welfare Society (PAWS) nahe San Andreas an. Die drei Elefantinnen überstanden den langen Transport problemlos und gingen bereits weniger als 24 Stunden nach der Ankunft das 1. Mal ins Außengehege. Durchgeführt wurde der Transport von einem Team aus Elefantenexperten unter der Leitung von Magaret Whittaker der Firma Active Environments, das extra für diesen Anlass zusammen gestellt worden war. Dabei waren neben drei Angestellten aus Toronto Scott Blais (Mitbegründer des Elephant Sanctuary in Tennessee),  Elefantenmanager Jeff Kinzley und Tierärztin Andrea Goodnight vom Zoo Oakland sowie gleich zwei Zoodirektoren:  Joel Parrot vom Zoo Oakland, der Tierarzt ist, sowie der frühere Elefantenpfleger und heutiger Direktor des Alaska Zoo Anchorage, Pat Lampi. Dies ist eine eindrucksvolle Demonstration der Unterstützung aus einigen Zoos, die angesichts des Umstandes, dass PAWS im Vorfeld des Transfers sowohl von der nordamerikanischen Zooorganisation AZA, der kanadischen Zooorganisation CAZA sowie dem Toronto Zoo heftig angegriffen und diskreditiert wurde, beeindruckend ist.

Denn dem Transport war ein fast zweieinhalbjähriger heftiger Streit um das Schicksal der Tiere voraus gegangen, da Zoomanagement und Elefantenpfleger die Entscheidung des Stadtrats von Toronto, die Elefanten in das Sanctuary von PAWS nach Kalifornien zu schicken, nicht akzeptierten und bis zum Schluss mit allen Mitteln dafür kämpften, entweder die Elefantenhaltung in Toronto fortzusetzen oder einen Transfer in das von mehreren Zoos betriebenen „National Elephant Center“ in Florida zu erreichen. Hauptargumente der Anti-Sanctuary-Fraktion waren die angebliche Tuberkulose-Gefahr in PAWS sowie die lange Reisezeit nach Kalifornien, die diese als Tierquälerei ansehen. Fakt ist allerdings, dass bei Elefantentransfers zwischen Zoos sowohl in Nordamerika als auch in Europa Reisezeiten über Land von 2-3 Tagen nicht außergewöhnlich sind, und zwar nicht nur in Bezug auf junge Tiere, sondern auch ältere Elefanten. Solche Transporte sind für die Tiere zweifellos sehr anstrengend, laufen aber trotzdem in aller Regel problemlos ab, erst recht, wenn wie im Falle der Toronto-Elefanten dank Kistentraining auf eine Sedierung verzichtet werden kann. Erinnert sei nur an den Transport der damals 51-jährigen Afrikanerkuh „Peaches“ zusammen mit ihren 34-jährigen Artgenossinnen „Wankie“ und „Tatima“ quer über den Kontinent von San Diego nach Chicago. Diese drei überstanden die Reise genauso wie die Toronto-Elefanten problemlos (die anschließende Umstellung auf das Leben vom sonnigen Kalifornien auf die harten Winter in Chicago allerdings nicht). Auch Afrikanerbulle „Kibo“, der im September 2013 von Boras in Schweden ins spanische Valencia reiste und dafür fast 60 Stunden in der Transportkiste eingesperrt war, ist mit 36 Jahren bereits nicht mehr jung. Sollten sich die Elefantenpfleger in Toronto mit ihrer Bewertung, lange Transporte über Land seien tierquälerisch, durchsetzen, würde dies für nordamerikanische Zoos schwere Konsequenzen haben – allerdings liegt der Verdacht nahe, dass diese langen Reisezeiten nur dann inakzeptabel und tierquälerisch sind, wenn am Ende der Reise ein Sanctuary liegt…

Die vom Fernsehsender CBC produzierte Dokumentation über den Transport ist sehr sehenswert und unter http://www.cbc.ca/fifth/episodes/2013-2014/elephants-on-board-a-journey-to-remember abrufbar. Der vorangegangene Streit über das Schicksal der kanadischen Elefanten (nicht nur aus Toronto) ist Thema einer ebenfalls sehr sehenswerten Dokumentation aus dem Jahr 2012:

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