Elefantenpfleger im Dickerson Park Zoo (Springfield, USA) getötet

Am 11.10.2013 starb der 62-jährigen Elefantenpfleger John Bradford im Dickerson Park Zoo durch eine Attacke der ca. 41-jährigen Asiatischen Elefantenkuh „Patience“. Der Vorfall ereignete sich nach Presseangaben, als „Patience“ zögerte, den Behandlungsstand, der Boxen und Außengehege verbindet, zu betreten. Bradford, der seit 25 Jahren Elefantenmanager des Zoos war, lehnte sich daraufhin durch das Gitter in den Gang und versuchte, sie mit dem Elefantenhaken zu erreichen. Daraufhin stürmte die Elefantin vorwärts, schlug ihn zu Boden und tötete ihn sofort.

„Patience“ und die zweite Elefantenkuh des Zoos, „Moola“, sind bereits in der Vergangenheit aggressiv gegen Menschen geworden. Beide wurden deshalb offiziell im Geschützten Kontakt betreut.  Geschützter Kontakt kann die Sicherheit der Elefantenpfleger allerdings nur dann gewährleisten, wenn die Pfleger tatsächlich niemals ohne Schutzbarriere an den Elefanten heran treten. Dass die Elefantenpfleger im Dickerson Park Zoo gegen den Grundsatz des Geschützten Kontakts nicht nur bei dem verhängnisvollen Vorfall am 11.10.2013 verstoßen haben, ergibt sich nach Presseberichten bereits aus dem Akkreditierungsbericht der nordamerikanischen Zooorganisation AZA von 2012. Zudem zeigt sich derzeit in Nordamerika der Besorgnis erregende Trend, die eigentliche Definition des Geschützten Kontakts aufzuweichen.  Als „Geschützter Kontakt“ werden teilweise auch Managementregime bezeichnet, die den Pflegern gestatten, direkt ohne Barriere an die Tiere heran zu treten, solange die Elefanten angekettet sind. Dass in einem solchen System natürlich der Elefantenhaken unverzichtbar ist und das Training weiter auf Dominanzbasis mit Bestrafung bei Nichtgehorsam stattfindet, versteht sich (fast) von selbst. Unter diesen Voraussetzungen ist ein Sicherheitsgewinn aber völlig illusorisch, denn die Ursachen für die zahlreichen Unfälle im traditionellen Direkten Kontakt werden nicht beseitigt: Der Elefant wird nach wie vor vom Menschen dominiert, unterdrückt und bestraft, und hat gleichzeitig weiterhin die Möglichkeit, direkt an den Pfleger heran zu kommen, denn eine Ankettung an den Beinen schränkt die Bewegungsfreiheit des Rüssels und Kopfes nicht ein.  

Die völlige Unwissenheit, die alle Beteiligten in Springfield jetzt wie nach jedem Angriff im Hinblick auf die Ursache für die Aggressivität von „Patience“ vorspielen, lässt sich nur aus Heuchelei bezeichnen, denn aus der Geschichte der Elefantenhaltung in Springfield ist belegt, dass auch dort – und zwar zu Zeiten, als das jetzige Opfer John Bradford bereits in leitender Funktion im Elefantenhaus tätig war – Elefanten im Namen der Aufrechterhaltung des Direkten Kontakts schwer misshandelt wurden. Die aus Seattle zur Zucht eingestellte Elefantenkuh „Chai“ wurde am 23.08.1998  kurz nach ihrer Ankunft in Springfield gegen Pfleger aggressiv und wurde danach zur Disziplinierung angekettet und dann verprügelt. Dieser Vorfall wurde später von den Behörden als Tierquälerei gewertet und mit einer Geldbuße bestraft. Es liegt auf der Hand, dass die früheren Aggressionen von „Moola“ und „Patience“ gegen ihre Pfleger ebenfalls Prügel zur Folge hatten.

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