Karlsruhe: Beitrag im "Kurier Karlsruhe" bezichtigt Elefanten-Schutz Europa, "faustdicke Lügen" zu verbreiten

Leserbrief an den "Mucki", Kurier Karlsruhe vom 27.01.2015

Sehr geehrte Mucki-Redaktion, Grünwald, den 27.01.2015

nachdem sich die Zooleitung bei Ihnen gemeldet hat, wollen wir auch nicht zurückstehen, denn in Ihrem Beitrag vom 23.01.2015 sind Sie nicht nur einseitig, sondern auch falsch informiert worden. Die falschen Informationen haben Sie dann leider auch an Ihre Leser weitergegeben, an welche wir uns gern wenden möchten.

Erstmal Hallo an "Mucki"!
Wir vom Verein Elefanten-Schutz Europa sind Leute, die sich seit vielen Jahren zusammenschließen, weil uns das Wohlergehen von Elefanten am Herzen liegt. So wie jeder selbst ernannte Tierschutzverein, welcher sich um ausgesetzte Hunde oder verwahrloste Katzen kümmert. Nur eben für Elefanten.
Wichtig ist uns, dass der "Mucki" weiß, dass wir finden, dass Zoos eine gute Sache sind, auch gut gehaltene Elefanten im Zoo. Leider ist das nicht überall so.

Eines stimmt: Wir im Elefanten-Schutz-Verein haben Bedenken bzgl. der Berliner Elefanten, aber auch bzgl. der Karlsruher Elefanten-Seniorinnen "Rani" und "Shanti". Wer den - an sich tollen - Anspruch erhebt, Seniorinnen einen schönen Lebensabend bieten zu wollen, der belegt die Betten der ältesten Bewohnerinnen nicht schon zu deren Lebzeiten doppelt. Eigentlich logisch.

Da die Verantwortlichen des Karlsruher Zoos sich selbst ebenso einseitig informieren wie den "Mucki", riskieren sie leider auch Leib und Leben ihrer Elefantenpfleger. Das finden wir nicht gut. Dabei haben die Zooleute es selbst in der Hand, mit einfachen Umbauten Sicherheit für Mensch und Elefant zu schaffen. Aber im Zoo entscheidet man sich bewusst dagegen. Das ist so, als ob man im Auto den Einbau der Sicherheitsgurte absichtlich verhindert, bloß weil man hofft, sie nie zu brauchen. Kaum zu verstehen, oder?

Dabei hätte der Zoo die Sicherheitsgurte längst gebraucht. Aber die vom Zoo haben den "Mucki" auch zu unseren anderen Bedenken falsch informiert, besonders zu den Unfällen mit Elefanten, die es in Karlsruhe sehr wohl gegeben hat. Im Zoo sind die Unfälle längst bekannt, bei denen z.B. ein Mann mal Brüche von Rippe und Arm davongetragen hat. Nur zugeben wollen sie es nicht und unterstellen uns stattdessen, wir würden Lügen verbreiten. Wie man das nennen kann, wisst Ihr ja.

Der "Mucki" hat vom Elefanten-Schutz-Verein allerdings die komplette Liste der uns bekannten Unfälle erhalten.

Der Zoo hat keinen einzigen Kritikpunkt wirklich entkräftet, sondern "tut nur so, als ob". Der "Mucki" kann schließlich nicht so einfach nachprüfen, was stimmt, deshalb fällt es den Verantwortlichen vom Zoo auch leicht zu erzählen, dass "alle Experten begeistert" sind. Eigentlich kein Kunststück, wenn man dazu nur die Experten aus dem eigenen Zoo hört, aber nicht über den Tellerrand schaut. Aber die "Mucki"-Leser werden verstehen, dass jemand der mit Kritik konfrontiert wird, nicht als sein eigener alleiniger Gutachter auftreten kann. Das hat nur jemand nötig, der keine echten Argumente hat oder mit sachlicher Kritik nicht umgehen kann. Oder beides.

Leider kommen viele, die so vorgehen, damit durch. Manchmal aber auch nicht. Glücklicherweise lassen sich die Leser von "Mucki" sicher nicht so leicht ins Bockshorn jagen. In diesem Sinne wünschen wir dem "Mucki" und seinen Lesern offene Augen und Ohren!

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Noch ein Nachsatz sei erlaubt: Zoos sind in erster Linie für Menschen da, denn dort können große und kleine Besucher nicht nur Spaß haben, sondern auch viel lernen. Zum Beispiel über Arten-, Natur- und Tierschutz. Gerade auch Kindern ist intuitiv klar, dass das eine ohne das andere nicht funktioniert, denn nur gut gehaltene Tiere sind gute Botschafter ihrer Art und Heimatländer. Auch Elefanten. Schade, dass "Muckis" Interviewpartner vom Zoo stattdessen Elefanten augenscheinlich darauf reduzieren, "möglichst publikumswirksame", "zugkräftige Inhalte" zum Zoojubiläum zu sein.

Wir sind gespannt, ob Sie die Größe haben, unseren Leserbrief auch abzudrucken. Für den Verein Elefanten-Schutz Europa verbleibe ich stellvertretend

Mit freundlichen Grüßen Olaf Töffels
- 2. Vorsitzender - 

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        Elefanten-Schutz Europa e.V.
        – Geschäftsleitung –

        Frau Dr. Christiane Marsch
        Forlenweg 29
        76149 Karlsruhe
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