Riesenerfolg für den Tierschutz in den USA: Ringling schickt alle Zirkuselefanten „in Rente“

Das Zirkusunternehmen „Ringling Brothers and Barnum & Bailey” ist der größte Elefantenhalter außerhalb der Herkunftsländer. Der Bestand im März 2016: 40 Asiatische Elefanten. Der größte Teil der Herde wird schon seit vielen Jahren im „Ringling Brothers Center for Elephant Conservation“  (Florida) stationär gehalten, darunter auch neun Elefantenbullen aller Altersklassen. 11 Elefanten wurden zuletzt noch auf der Zirkustournee in zwei Gruppen mitgeführt.

Nachdem das Unternehmen im März 2015 angekündigt hatte, aufgrund eines veränderten Publikumsgeschmacks und wegen Problemen mit Tierschützern die Elefantennummern bis 2018 aus dem Programm zu nehmen und alle Elefanten in den „Ruhestand“ zu schicken, kam das Ende der Elefantenhaltung im Zirkus Ringling jetzt noch schneller: am 1. Mai 2016 fand die allerletzte Elefantenvorführung statt. Die 11 Elefantenkühe wurden danach in das „Center for Elephant Conservation“ transportiert, wo sie zusammen mit den bereits stationär gehaltenen Tieren in Zukunft leben sollen.

Elefanten-Schutz Europa begrüßt diese überraschende Entwicklung sehr. Sie bedeutet einen großen Gewinn an Lebensqualität für die 11 Elefantenkühe, die bisher jedes Jahr tausende Kilometer durch den ganzen Kontinent gekarrt wurden, sehr viel Zeit an Ketten verbrachten und Auslauf bestenfalls in kleinen Strompaddocks auf  Parkplätzen bekamen. Zudem bedeutet das Ende der Zirkushaltung hoffentlich auch, dass Ringling Elefantenkälber nicht mehr lange vor der Entwöhnung im Alter von ca. 1,5 Jahren gewaltsam von der Mutter trennen und für Zirkuskunststücke abrichten wird – dies war bisher gängige Praxis, um Elefantenkälber für ein Dasein als Zirkuselefant „fit“ zu machen.

Allerdings darf bei allem Fortschritt nicht aus den Blick geraten, dass die Haltungsbedingungen im „Ringling Brothers Center for Elephant Conservation“ den Ansprüchen an eine artgerechte, fortschrittliche Elefantenhaltung bisher nicht genügen (zahlreiche kleine, öde Paddocks; nächtliche Haltung der Kühe und Jungtiere an Ketten) und dass die hergebrachten, Zirkusüblichen Trainingsmethoden auf Dominanzbasis und mit Gewaltanwendung dort weiter praktiziert werden. Auf einem anlässlich der Heimkehr der Zirkuselefanten veröffentlichten Video war zu sehen, dass im „Center for Elephant Conservation“  jedenfalls ein adulter (kastrierter) Elefantenbulle immer noch im direkten Kontakt gehalten wird – angesichts des Umstandes, dass Elefantenbullen (auch wenn sie kastriert oder teilkastriert sind) im direkten Kontakt eine tickende Zeitbombe darstellen, nur mit brutalen Trainingsmethoden unter Kontrolle gehalten werden können und dennoch fast immer (irgendwann) aggressiv gegen Menschen werden, ist das völlig unverantwortlich und zeigt deutlich, dass der Geist moderner Elefantenhaltung bei den Verantwortlichen von Ringling leider immer noch nicht angekommen ist.

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