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Elefanten-Schutz Europa e.V.

ELEFANTEN-SCHUTZ EUROPA E.V.

European Elephant Group

EUROPEAN ELEPHANT GROUP

Dokumentation 2002 - Elefanten in Zoos und Safariparks Europa; (auch in
(English Version)

Elefanten-
Magazin Nr. 16
Dez. 2009

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Survey 2006

 Unfälle mit Elefantenkühen
Elefanten-Schutz Europa e.V.

Das Unfallproblem mit Elefantenkühen in Zoos eskaliert

Im Gegensatz zu anderen wehrhaften Wildtieren wird der Elefant auch in Zoos nahezu ausnahmslos im direkten Kontakt zum Menschen - zu den Pflegern - gehalten, dressiert und dominiert.
Unter diesen Vorzeichen wurde der Elefant haltungsbedingt zum gefährlichsten Wildtier in Zoo und Circus.
Hunderte von Menschen wurden in Zoo und Circus in den letzten 150 Jahren durch Elefanten getötet oder schwer verletzt. Durch Abschaffung der gefährlichen Elefantenbullen bzw. durch eine veränderte, sichere Bullenhaltung glaubte man, das Problem gelöst zu haben. Dies erwies sich jedoch als folgenschwerer Irrtum.
Seit 1980 wurden nach unseren Recherchen in Zoos und Safariparks (Nachweise betreffen vornehmlich Europa und Nordamerika)
38 Menschen getötet und über 50 zum Teil schwer verletzt.
Unter den über 70 Elefanten, die diese Unfälle verursacht haben, waren
55 weibliche Tiere - ein Anteil von rund 75%.
Allein im Jahr 2001 kamen in europäischen Zoos (Chester, Dvur Kralowe, London) 3 Pfleger durch Elefantenkühe ums Leben. Zwei der an den tödlichen Angriffen beteiligten Elefantenkühe "starben" kurz nach den Vorfällen.
Am 2. April 2002 verletzte die ca. 16-jährige Afrikanische Elefantenkuh "Umtali" im Zoo Osnabrück den Pfleger Marcel Köck schwer.
Jüngste Vorfälle in den USA:
Zoo Pittsburgh:
Am 18. November 2002 tötete die Afrikanische Elefantenkuh “Moja” den Pfleger Mike Gatti im Zoo Pittsburgh.
Zoo Miami: Am 15. Dezember 2002 wurde der Elefantenpfleger Michael Embury im Zoo Miami von der Afrikanischen Elefantenkuh “Flora” angegriffen und schwer verletzt.
Elephant Sanctuary, Hohenwald: Am 21.07.2006 kam es zu einem schweren und tödlichen Unfall, bei dem die 36-jährige Elefantenpflegerin Joanna Burke (8-jährige Erfahrung mit Elefanten) von der 40-jährigen Burma-Elefantin “Winkie” plötzlich attackiert und getötet wurde.
Jüngste Vorfälle in Europa:
Zoo Magdeburg, D:
Am 10. Februar 2003 griff im Zoo Magdeburg die ca. 35-jährige Afrikanische Elefantenkuh “Arusha” ihren langjährigen Pfleger Thomas Rolle an und schleuderte ihn in den ca. 2.70 m tiefen Betongraben.  Thomas Rolle kam mit Brüchen, schweren Prellungen und einem Schock davon.
Safaripark Beekse Bergen, NL: Am 19. Februar 2003 hingegen starb der erfahrene Elefantenpfleger Perry Haans im Safaripark Beekse Bergen (NL) an den Folgen eines Angriffs der 16-jährigen Afrikanischen Elefantenkuh “Erna”.
Tierpark Schönbrunn, Wien: Am 20. Februar 2005 wurde im Tiergarten Schönbrunn, Wien, der Erfurter Elefantenpfleger Gerd Kohl von dem erst 4-jährigen, in Wien geborenen Afrikanischen Elefantenbullen “Abu” angegriffen und getötet. Das Beispiel “Abu” zeigt deutlich, dass auch juvenile Tiere im Direkten Kontakt äußerst gefährlich werden können.
Tierpark Berlin-Friedrichsfelde, D: Laut Pressemitteilung wurde der 56-jährige Elefantenpfleger Ingolf Kastirke (arbeitet seit fast 40 Jahren im Zoo) am 30.09.2006 von der 26-jährigen Afrikanischen Elefantenkuh “Mafuta” im Tierpark Berlin angegriffen. Ingolf Kastirke verlor dabei mehrere Schneidezähne und erlitt  mehrere Rippenbrüche und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Von der Tierparkleitung gab es dazu keine offizielle Stellungnahme.
Die 2. Ausgabe des Elefanten-Magazins widmet sich schwerpunktmäßig dem Thema “Unfälle mit Elefanten in Zoos und fehlendes Sicherheits-Konzept. Die Fortsetzung zu diesem Thema finden Sie im 3. Elefanten-Magazin.

Anmerkung:
In Circussen (Europa/Nordamerika) wurden seit 1980 40 Personen von Elefanten getötet und ca. 110 Personen  teilweise schwer verletzt.
Die Dunkelziffer für Unfälle im Circus (und im Zoo), die hinter den Kulissen stattfinden, ist noch weit höher einzuschätzen.

Sicherheits-Konzept für Mensch und Elefant im Zoo

Fakt ist, dass in nahezu allen 150 Zoos und Safariparks mit Elefantenhaltung in Europa ein ungefährdetes Arbeiten des Pflegepersonals mit unkontrollierbar gewordenen Elefantenkühen beim bisherigen Haltungssystem nicht gegeben ist
 (4-5 Ausnahmen).
Deshalb wurden in den letzten Jahren von der European Elephant Group, Arbeitskreis im Verein ELEFANTEN-SCHUTZ EUROPA e.V., ein funktionelles Konzept ausgearbeitet, das beim Bau von Elefanten-Stallungen und deren Verbindung zu Innen- und Außengehegen eine gefahrlose Betreuung der Elefanten - von männlichen wie weiblichen Tieren - durch die Pfleger gewährleistet. Das Sicherheits-Konzept ist variabel und kann somit den grundlegenden Bauplanungen der Zoos und ihrer Architekten angepasst werden.

Fachkompetenz:

Die European Elephant Group verfügt weltweit über die wohl umfangreichste Datensammlung zum Thema Elefantenhaltung in Zoo und Circus (Elefantenbestände, Geburten, Todesfälle, Unfälle, Haltungseinrichtungen, etc.). Vier fundierte Dokumentationen zu diesen Themen wurden 1993, 1997, 1999 und 2000 herausgegeben.
Bereits 1985 konnte die European Elephant Group nachweislich erstmals eine Konzeption für Innengehege mit Stallboxen in Elefantenhäusern - und so die Abschaffung der Kettenhaltung - vorstellen.

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