Home
 News
 Unfallproblem
 Magazin
 Dokumentation
 Mitgliedschaft
 Kontakt
Elefanten-Schutz Europa e.V.

ELEFANTEN-SCHUTZ EUROPA E.V.

European Elephant Group

EUROPEAN ELEPHANT GROUP

Dokumentation 2002 - Elefanten in Zoos und Safariparks Europa; (auch in
(English Version)

Elefanten-
Magazin Nr. 16
Dez. 2009

-------------
Survey 2006

 Forenbeiträge zum Tierpark Berlin

Lesen Sie zu unserer Stellungnahme über die Kettenhaltung im Tierpark Berlin im Forum des Schülingverlags (Thread “ELEFANTEN in Europa 2” ) nachfolgende Beiträge und bilden Sie sich selbst Ihre Meinung:
Zur Formulierung der “freien Entscheidung zum direkten Kontakt (gute Formulierung)” von Herrn Ruske empfehlen wir Ihnen zusätzlich Herrn Haufellners Leserbrief im Münchner Merkur zu den “Circustricks”, die die junge Asiatenkuh “Temi” im  Tierpark Berlin “gelernt” hat.


Konstantin Ruske, 20.11.2006

Zur Stellungnhame der EEG stellen sich für mich eher ein paar interessante Fragen:
Warum hätte Dathe, der die ihm angebotenen Komodowarane z.B. wegen nicht vorhandener Haltungsmöglichkeiten ablehnte, nach 19961 noch einen Wettstreit um die meisten Arten führen sollen, wo doch seine Besucher sowieso nicht vergleichen konnten ( der Zoo hatte immer mehr Arten)? Ging da nicht eher viel von West- Berlin aus? Wer kann, so er sich etwas für Zoos interessiert, den Anschein erwecken, die vielen Huftiergehege im Tierpark seien nicht Provisorien gewesen, die in der endgültigen Planung alle großen Freianlagen gewichen wären ( und sind)? Wer könnte behaupten, das viele dieser wenig schönen, aber zweckmäßigen Ausläufe im Tierpark nicht größer waren als die in den 80er jahren im Zoo formierten " Großgehege", zumeist größer waren als die heutigen Anlagen im Zoo? Wer verkennt da die beispielhaften Zuchterfolge im Hugftierbereich, die uns Alaska-Moscn Arbaische Oryx einbrachten? Gehörte zur " moderateren" Haltung der Elefanten Im Zoo auch die Zirkusvorsführung mit dem Einbeinstand als Höhepunkt ( bis Ende 80er)? Findet sich im Text ein schon oft aus dieser Richtung vernommener Unmut gegen alles östlich der Elbe? Bietet dieses Haus nicht bis heute größere Bullenanalgen als der Zoo, und können nicht die Bullen im Tierpark auch auf der großen Herdenanalge sein, was im Zoo baulich bedingt nicht möglich ist? Ist das schlecht, weil es im Ost- Tierpark passiert? Woher weiß man sogut über die Finanzen vor und nach der Wende bescheid? Wer führt dort Buch über des Tierparks " Millionenmehreinnahmen"? Kommt nicht jetzt auch Tana wie früher Matibi freiwllig von der Anlage, um sich "erbärmlich circusreif" vorführen zu lassen? Kann ich einem Tier mehr Wahl zu direktem Kontakt lassen, als so? Ist nicht jetzt für Mafuta im geschützten Kontakt, auf den die Pfleger, ohne wie unterschwellig suggeriert an Bestrafungsaktionen zu denken, sofort umstellten, weil auch dies im " veralteten" Haus möglich ist,alles " gut"? Wird vergessen, das Umbaupläne für einen großen Innnefreilauf bereits existieren und angestrebt werden?Was ist jetzt das Problem?
Wer sich diese Fragen objektiv beantwortet, muß zur wichtigsten kommen:
Wird hier, mit Polemik, Vermischung von Fakten und mangelnder Differenzierung nicht ein er- und verbitterter Kampf gegen " Andersdenkende" geführt? Schadet das nicht der Sache mehr, als das es ihr nutzt?


Olaf Töffels, 22.11.2006

Ich kann nachvollziehen, dass man seinen "Heimat-Zoo" nicht gern in der Kritik sieht. Trotzdem sollte es doch möglich sein, die offensichtlich vorhandenen Haltungsmängel auch unverblümt anzusprechen - und das tut die EEG m.E. in ihrer Stellungnahme.
Einige von Dir beschriebene Bilder bzgl. des derzeitigen Umgangs mit den Elefanten in Friedrichsfelde möchte ich gern in den (vergessenen?) Zusammenhang einordnen:

Du schreibst von der Freiwilligkeit der Kälber bei der Ausführung ihrer Übungen, von der "freien Wahl zum Direkten Kontakt".
Nun hält der Tierpark seine Elefanten nicht im "No Confrontation"-System a la Knowsley. Der Tierpark trainiert alle Elefanten im "Direct Contakt". Die Grundlage hierfür ist die Dominanz des Menschen über den grauen Riesen - mit welchen "uralten Methoden" dies um- bzw. durchgesetzt wird, hat sich keineswegs verändert. Aufforderungen, "Hilfen" und Bestrafungen mittels Faust, Haken und anderen Instrumenten gehören zum Alltag aller nach diesem System gehaltenen Elefanten und, um die Gefährlichkeit von Zoonachzuchten wissend, gerade auch der Kälber. Abgesehen davon, dass grössere Trainingssessions und Bestrafungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit erfolgen, sollte jeder, der dies nicht glauben mag, beim nächsten Tierparkbummel mal darauf achten, wie die Dickhäuter mit den Augen zwinkern, wenn ein in der Nähe befindlicher Pfleger unerwartete Handbewegungen zum Kopf des Tieres ausführt. Zur Erklärung: direkt unter dem Auge befindet sich einer der empfindlichsten Punkte des Elefanten. Zur Abstrafung ist es seit "altersher üblich", auch diese Körperregion zu bearbeiten..
Selbstverständlich wird auch das Prinzip der Positiven Verstärkung angewandt. Niemand bezweifelt, dass die Grauen die z.T. reichlich angebotenen Leckerbissen gerne annehmen. Nur mit der "freien Wahlmöglichkeit" sieht es beim den menschlichen Anforderungen geschuldet stark strukturierten Tagesablauf etwas anders aus, als dargestellt: Zu den festgelegten Waschungs- bzw. Trainingszeiten (die ja bekanntermaßen eher der Unterordnung als der Pflege dienen..) sowie zu den Vorführungen bei Kindergeburtstagen oder vor Fachpublikum ist - analog zum Zirkus - kein Platz für freie Wahl. Oder fällt der mindestens 125,- Euro kostende Kindergeburtstag dann ad hoc aus, wenn das Kalb mal "keine Lust" hat? Nein. Das Wildtier Elefant muss funktionieren.

Die Haltungsumstellung von "Mafuta" erfolgte nach Deinen Angaben sofort nach der Attacke auf Herrn Kastirke, "ohne an Bestrafungsaktionen zu denken". Dies ist nachweislich nicht richtig.
"Mafuta" wurde nach dem Angriff noch mehrere Tage zur Nacht angekettet - aber nur noch von einem Mitarbeiter, der offensichtlich auch ausserhalb seiner Arbeitszeit (Freizeitkleidung!) hinzugezogen wurde, weil der Rest des Pflegerteams es wohlweislich ablehnte, mit "Mafuta" weiterhin im Direkten Kontakt zu arbeiten.
Wie man einen Elefanten, der einmal erfolgreich einen Menschen angegriffen hat, dazu bringt, sich nochmals bzw. weiterhin anketten zu lassen, ist im "Zambi"- Film eindrucksvoll beschrieben worden. Es sind genau die Methoden, die in der EEG - Stellungnahme dargelegt worden sind. Offensichtlich sahen sich aber selbst die konsequentesten Verfechter des Direkten Kontaktes im Tierpark Friedrichsfelde ausser Stande, die selbstbewußte Kuh weiterhin zu dominieren...

P.S.: Berlin - Friedrichsfelde ist auch mein "Heimat - Zoo" - und das von Kindesbeinen an. Trotzdem habe ich persönlich nicht das Gefühl, von der wie ich finde in der Sache richtigen Kritik der EEG polemisch in die "Dunkeldeutschland - Ecke" gedrängt zu werden. Wie ließe sich ansonsten die sehr positive Beurteilung der Leipziger Elefantenhaltung erklären?
Der vom akademischen Grad seines Direktors her wissenschaftlich geleitete Tierpark zählt bei der Haltung von Flaggschiffarten wie dem Elefanten (und nicht nur dort!) zu den Schlusslichtern in Europa, ja mittlerweile sogar in Deutschland (vgl. Survey 2006 der EEG). Er ist nicht einmal Mitglied im EEP auch nur einer der beiden Arten.
Wer die Mißstände nicht kennt, kann sie nicht beseitigen. Und wenn eine Einrichtung mit der "Maulkorb - Strategie", Hinhaltetaktik und minimalen Anpassungen auf gar nicht mehr sooo neue Erkenntnisse aus Freilandforschung und Tiergärtnerei reagiert statt über grundsätzliche Veränderungen nachzudenken, befürchte ich, dass sich auch ein (ehemals) so renommierter wissenschaftlich geleiteter Zoo wie der Tierpark Friedrichsfelde mittelfristig ins tiergärtnerische Abseits manövrieren könnte.
Trotz seiner Zuchterfolge.



Konstantin Ruske, 24.11.2006

Noch ein paar Worte zum " Heimatzoo", den ich nicht aus Lokalpatriotimsus verteidige, sondern mehr, um die Kirche einafch mal im Dorf zu lassen: Letzmalig erkläre ich jetzt hier, was ich mit der freien Entscheidung zum direkten Kontakt( gute Formulierung) meine: Bei den Kindergeburtstagen wurden Matibi und jetzt Tana von der Freianlage, wo sich die gesamte Herde einschließlich Bulle befindet, abgeholt. Sie führt dann, und nur dort in der Gesamtheit, alle angeblich " entwürdigenden/ absurden Circustricks" vor. Wenn sie nicht von der Anlage kommen möchte, können sie die Pfleger nicht zwingen- der Bulle ist dort draußen. Einen Ausnahmefall habe ich erlebt, wo Tana nicht kam. Dann wurden andere Elefanten durch die Absperrung hindurch von den Kindergeburtstagsteilnehmern gefüttert. Und wer beobachet, mit welchem Elan die Jungelefanten Silageballen transportieren, wird da schwerlich Mißvergnügen ausdeuten wollen. Mehr Wahl als in diesem Fall kann man den einem Elefant also nicht lassen- er bestimmt selbst, ob er sich vorführen läßt! Sollte man ihm das verwehren, weil es nicht ins Weltbild des gequälten und unterdrückten Elefanten paßt, daß das Tier von selber kommt?
Zu diesem Sachverhalt ist alles gesagt, erwähnt sei noch, das es keinen "Tierpark Friedrichsfelde" gibt!

zur vorherigen Seite zur nächsten Seite
[News] [Unfallproblem] [Magazin] [Dokumentation] [Mitgliedschaft] [Kontakt]