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Der Verein ELEFANTEN-SCHUTZ EUROPA e.V. hat im Jahr 2000 das zumeist jämmerliche Dasein von Circuselefanten in einer umfassenden Dokumentation (118 Seiten mit zahlreichen Beweisfotos) nachgewiesen. Die vom zuständigen Bundesamt für Landwirtschaft und Forsten (BML) 2000 erneuerten Leitlinien für die Haltung von Circuselefanten wurden als unrealistische Beschönigung untragbarer Voraussetzungen für die Wildtierhaltung und als unkontrollierbar entlarvt.
Ignorant, inkompetent, unverbesserlich Doch auch eine drückende Beweislast für die Missstände werden von diesem zuständigen Bundesministerium (BML) ignoriert. Frau Dr. Schwabenbauer (BML) sieht keinen Handlungsbedarf. Wer Leitlinien erstellt, aber deren Um- und Durchsetzung nicht gewährleisten kann und die Verantwortung an die Bundesländer und deren überforderte Amtstierärzte abschiebt, ist aus tierschützerischer Sicht fehl am Platz. Unterstützt wird diese Ignoranz des Bundesministeriums von einem Vertreter der Wissenschaft, Prof. Dr. Zeeb aus Freiburg, der jederzeit und nur allzu gerne bereit ist, ein „verhaltensgerechtes” Dasein von Elefanten im Circus zu bestätigen. Für Prof. Zeeb ist die tierquälerische Kettenhaltung von Circuselefanten offensichtlich normal ebenso wie die fehlende Bewegung der Tiere, die fehlende Sozialstruktur - ohne Fortpflanzung, Zucht, Aufzucht etc. Nach Prof. Zeeb gehen auch freilebende Elefanten auf den Hinterbeinen durch Dschungel und Steppe. Das stereotype Weben von verhaltensgestörten Circuselefanten scheint für Prof. Zeeb ebenfalls zum natürlichen Verhaltensrepertoire zu gehören. Der Gehorsamszwang und die damit einhergehende Bestrafung von Circuselefanten mit entsprechenden „Instrumenten” stört den „Verhaltensforscher” wenig. Die wachstumsgestörten und extrem untergewichtigen Afrikanischen Elefanten in zahlreichen Circussen - hervorgerufen durch Mangelernährung und Stress - sind dem „Experten” Zeeb noch gar nicht aufgefallen. Gehören sie gar einer neuen Unterart an - „Loxodonta africana circensi”?
Es ist beschämend, dass ein Wissenschaftler versucht, die unaufgeklärten Medien sowie die Öffentlichkeit zu täuschen, um die 200-jährige Leidensgeschichte der Circuselefanten zu verlängern.
„THE SHOW MUST GO ON?” Die Hessische Bundesratsinitiative zum Verbot von Wildtieren im Circus Frau Dr. Martin vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz und ihrem jahrelangen Engagement gegen den Missbrauch von Wildtieren im Circus ist es zu verdanken, dass endlich aus einem deutschen Bundesland ein Verbotsantrag an den Bundesrat gerichtet wurde und ahnungslosen Politikern die Augen geöffnert werden. Frau Dr. Martin sollte die Unterstützung jedes echten Tierfreundes sicher sein. Doch schon äußern sich nach Prof. Zeeb weitere unverbesserliche „Experten”, die einem Ende der tierquälerischen Elefantenhaltung im Circus nicht zustimmen wollen, z.B. ein Dr. Pfeiffer vom Staatlichen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt in Uelzen: “Generellem Verbot der Elefantenhaltung im Circus würde nicht zugestimmt”. Es wäre sinnvoll, wenn sich Dr. Pfeiffer auf ein Fachgebiet beschränken würde, in dem er kompetent ist, möglicherweise die Lebensmittelüberwachung. |
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Die Hessische Initiative ist längst überfällig. Doch wie stehen die Erfolgschancen für ein Verbot von Wildtieren im Circus? Der Tierschutzbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Dr. Priesmeier schreibt dazu u.a.: „In den nächsten Wochen wird die Arbeitsgruppe Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft von der Bundesregierung zu diesem Thema einen Bericht vorlegen lassen, auf dessen Basis über die Verschärfung der Haltungsanforderungen oder evtl. Haltungsverbote für verschiedene Spezies diskutiert wird”. Wenn in dieser Arbeitsgruppe wieder Personen mitwirken, die schon im Jahr 2000 für die Circus-Leitlininen verantwortlich zeichneten, so hat man unserer Meinung nach „den Bock zum Gärtner gemacht”. Trotz dieser angeführten Circuslobby wissen die meisten Circusbesitzer, dass ihre Tierhaltung kaum einer echten Prüfung standhält - speziell wenn es um Elefanten geht. Ein letzter Rechtfertigungversuch sind Lügen wie diese: „Keine der bei Krone auftretenden Tiere (Elefanten) ist in der Freiheit geboren, sondern alle sind bereits mit Menschen aufgewachsen, können sich also wirklich nicht nach einer einst bekannten „Freiheit” sehnen”. (Bericht in der SZ, München, 22.07.2003, nach Aussagen von Frau Dr. Matzenau, Circus Krone). Die Wahrheit sieht anders aus. Von den rund 90 Elefanten beider Arten in deutschen Circussen wurde nur ein einziges Tier in einem Circus geboren - die jetzt 22-jährige Asiatische Elefantenkuh „Baby”, geboren im Wandercircus von Felix Kendler 1981 während eines Gastspiels in Spanien. 1982 wurde der Circusbesitzer Felix Kendler vom Bullen „Bosco”, dem Vater von „Baby”, getötet. Der unkontrollierbare „Bosco” wurde sofort auf dem Circusgelände von der Polizei erschossen. Dies ist zugleich ein Beispiel von zahlreichen tödlichen Unfällen mit Elefanten im Circus - ein weiteres Argument für ein Haltungsverbot.
Perspektiven Nie mehr Importe Asiatischer und Afrikanischer Elefanten für den Circus, nie mehr Zoonachzuchten für den Circus. Dann wird es bei der hohen Verlustquote in rund 10 Jahren kaum noch Elefanten im Circus geben. In Extremfällen sollten Tiere beschlagnahmt und bestmöglichst untergebracht werden. Wir wissen, dass einige wenige Elefanten im Rahmen der stark eingeschränkten Möglichkeiten eines reisenden Unternehmens besser gehalten werden: im Circus Charivari/Jochen Fleischmann, im Circus Alberti/Stefan Frank und bei Sony Frank. Dies ändert jedoch nichts an der Zielsetzung, dass die über Generationen von Circusbesitzern ausgeübte Ausbeutung von Elefanten und anderen Wildtieren für rein kommerzielle Zwecke beendet werden muss. |
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