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Elefanten-Schutz Europa e.V.

ELEFANTEN-SCHUTZ EUROPA E.V.

European Elephant Group

EUROPEAN ELEPHANT GROUP

Dokumentation 2002 - Elefanten in Zoos und Safariparks Europa; (auch in
(English Version)

Elefanten-
Magazin Nr. 16
Dez. 2009

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Survey 2006

 Vorwort Dokumentation Teil 2

              Vorwort Dokumentation Teil 2: Nordamerika

Es ist an der Zeit, dem Elefanten
auch in Menschenobhut seine natürliche
Würde zu belassen

200 Jahre Elefantenhaltung in Nordamerika sind Anlaß dafür, die Geschichte der Elefanten in Zoo und Circus in einer Dokumentation zusammenzufassen. Wie auch in Europa, so ist die Geschichte der Elefantenhaltung in Nordamerika geprägt vom Wunsch des Menschen, diese außergewöhnliche Tiergestalt zur Schau zu stellen - in Menagerien, Circussen und Zoos.
In Nordamerika war Elefantenhaltung stets stark am Circus orientiert, zahlreiche Zoos spielen dabei noch heute eine untergeordnete Rolle.
Wenn wir in dieser Dokumentation auf Haltungsmethoden in der Vergangenheit zurückblicken, ohne die teilweise tragische Elefant-Mensch-Beziehung zu verschleiern, so ist es notwendig, die Entwicklung der Wildtierhaltung im Spiegel der Zeit zu sehen. Der Elefant erfuhr eine Behandlung, die der Mensch selbst in seiner eigenen Umwelt gewohnt war. Was heute als unmenschlich bezeichnet wird, galt vor noch nicht allzulanger Zeit als traditionelle Erziehungsmethode. Für manchen Besitzer war der Elefant mehr wert als der Pfleger, der ihn betreute.
Andererseits waren Elefanten bis vor 20 Jahren leicht zugängliche Importware, dazu bestimmt, den Menschen in Zoo und Circus zu unterhalten. Von Natur- und Artenschutz sprachen nur wenige. Die Zeit hat sich gewandelt und mit ihr die Einstellung zum Tier.
Die Tage, in denen der “Einbeinstand” des Elefanten im Circus bejubelt wurde, sind vorbei. Ebenso sollte die Schaustellung einzelner Elefanten im Zoo, eingesperrt auf kleinen Plattformen und hinter tödlichen Absperrgräben, der Vergangenheit angehören.
Die Elefantenhaltung in der Vergangenheit bot jedoch - bei allen Einschränkungen - ausreichend Gelegenheit, diese Tierriesen mit ihren Gewohnheiten und Bedürfnissen näher kennenzulernen. Es ist deshalb erstaunlich, daß die überwiegende Mehrzahl der Elefantenhalter auf die reichlich vorhandenen Erfahrungswerte der Vergangenheit nicht früher reagiert hat.

Die Verantwortung für angemessene Haltungseinrichtungen, verbunden mit einem Leben im natürlichen Sozialverband, für sichere Bullenhaltung, für Zucht und Aufzucht haben bisher nur wenige Haltungsstätten übernommen. Auf ihren Erfolgen ruhen die Hoffnungen, wenigstens einen Teil des derzeitigen Bestandes zu bewahren.
Spätestens in zehn Jahren wird, ohne Importmöglichkeiten, der Elefantenbestand Nordamerikas aufgrund der Überalterung des weiblichen Zuchtpotentials zusammenschrumpfen.
Wer heute von großen Fortschritten bei der Elefantenzucht spricht, den werden die Fakten nachdenklich stimmen.
Da nur einige Zoos einen erfreulichen Beitrag für verbesserte Elefantenhaltung und -Zucht leisten, kommt privaten Elefantenfarmen mit erfahrenem Pflegerpersonal und weiträumigem Areal immer größere Bedeutung zu.
Ringling Bros. Barnum & Bailey, der größte Circus der Welt, hat - im Gegensatz zu etablierten europäischen Circusunternehmen - die Zeichen der Zeit erkannt und eine eigene Zuchtstätte für Asiatische Elefanten eingerichtet.

Die Wissenschaft zeigte in der Vergangenheit wenig Interesse, das noch heute rätselhafte Wildtier Elefant näher kennenzulernen. Pionierarbeit wurde zuerst im Zoo von Portland geleistet. Erst in den letzten Jahren ist der Elefant zum “modernen Forschungsobjekt” geworden. Dabei findet die Wissenschaft ein weites Betätigungsfeld. Sie ist jedoch nicht aufgerufen, den Elefanten zum “Versuchstier” zu degradieren.
Nicht künstliche Besamung oder Antibabypillen haben Priorität, sondern der Schutz von Lebensraum in den Vorkommensgebieten sowie die natürliche Fortpflanzung in Menschenobhut.
Das Vorgehen einiger weniger Elefantenhalter in Europa und Nordamerika zeigt, daß Elefantenzucht am erfolgreichsten ist, wenn die ständige Reglementierung durch den Menschen unterbleibt. Dies gilt in besonderem Maße für die Bullenhaltung.
Ein “Crush-Cage” ist nur dann ein Fortschritt, wenn sich seine Funktion auf absolut notwendige Maßnahmen beschränkt. Die tägliche Behandlung in einem Zwangskäfig ist weder förderlich noch notwendig.
Elefantenhaltung und -Zucht sind, nach den leidvollen Erfahrungen in der Vergangenheit, die wohl größte Herausforderung für einen Tierhalter. Dessen sollten sich alle bewußt sein, wenn sie die Verantwortung für die Haltung dieser Tierriesen übernehmen.
Dazu ist nicht zuletzt die uneigennützige Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis erforderlich, ohne Rücksicht auf eigene Reputation.

Die European Elephant Group bemüht sich seit über 15 Jahren um Verbesserungen bei der Elefantenhaltung. Dazu gehört nicht zuletzt die Koordination von Kontakten zwischen Elefantenpflegern, Elefantenhaltern und wissenschaftlichen Institutionen.

Als unabhängiger Kreis von Elefantenfreunden ist die European Elephant Group bestrebt, die Problematik der Elefantenhaltung objektiv darzustellen. Dabei ist eine kritische Betrachtung der Thematik unvermeidlich - zum Wohle des Elefanten in Menschenobhut.

Die European Elephant Group dankt allen, die an der Zusammenstellung dieser Dokumentation mitgeholfen haben.

European Elephant Group

     Alexander Haufellner       Jürgen Schilfarth        Georg Schweiger
 

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